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Wie läßt sich die Bargeldmenge steuern?

- Vorschlag für eine Bargeld-Veränderung -

Axel Grimm, Okt. 2005


Zusammenfassung

Die Kontrolle der umlaufenden Bargeldmenge ist zur Zeit nicht möglich. Die Beschaffenheit unseres Bargeld läßt eine wirksame Kontrolle und Steuerung der herausgegebenen Menge nicht zu. Wird dem Geld ein Verfallsdatum mitgegeben, mit dem ein Wertverlust einsetzt, dann ist die umlaufende Geldmenge steuerbar. Dennoch wird am Ende niemand einen Verlust haben.

Wie ist es heute im Jahr 2005?

Der Lauf von Bargeld – Quelle und Senke

st alles vorhandene Bargeld im Umlauf?

Die Steuerung der Geldmenge ist gar nicht möglich

Wie wird das Bargeld steuerbar?

Warum wird die Gebühr von niemandem bezahlt?

Was passiert mit angefallenen Wertverlusten?

Welche Auswirkungen hätte die Zeitbgrenzung?

Wie kann das gestartet werden?

Wie ist es heute im Jahr 2005?

Das Bargeld behält seinen (Nominal-)Wert. Ein 100 Euro Schein ist heute, morgen in einem Monat oder auch in einigen Jahren immer noch 100 Euro. Der Wert vermehrt und verringert sich sich nicht. Die Kaufkraft kann sich durch Inflation oder Deflation verändern. Der Wert 100 Euro nicht. Der Schein ist von einer Zentralbank herausgegeben worden und wird am Ende seiner Laufzeit wieder in der Zentralbank vernichtet, insofern der Schein nicht vorher auf eine andere Art vernichtet worden ist.

Der Lauf von Bargeld – Quelle und Senke

Die Bundesbank, eine der europäischen Zentralbanken, stellt Bargeld her. Innerhalb der Bundesbank ist es noch kein Geld, sondern nur bedruckter Zellstoff. Erst wenn die bunten Papiere von einer Geschäftsbank angefordert werden, wird es zu Geld.

Die Geschäftsbank bezahlt für diese Herausgabe Zinsen. Eine Rückzahlungspflicht entsteht.

Doch hier ist schon mal ein Widerspruch! Wenn eine Geschäftsbank 1 Mio Euro in Scheinen von der Zentralbank erhält und nach einem Jahr 1 Mio Euro zurückgibt, woher kommen dann eigentlich bei 2% Zinszatz die 20.000 Euro Zinsen, die fällig geworden sind?

Die Antwort ist einfach: Die 20.000 Euro bleiben für immer und ewig als Schulden erhalten. übrigens mit einer ewigen Verzinsung, eine vollständige Rückzahlung ist gar nicht möglich. Auch dann nicht, wenn es von einer anderen Bank stammt, dann fehlt es halt hier.

Doch zurück zum Bargeld. Mit der Übergabe an die Geschäftsbank wird aus den "bunten Papieren" Geld. Von hier wandert es durch die Wirtschaft und Haushalte, über Geldbeutel und Kassen und bewirkt das, was es tum soll: Tauschvorgänge. Ware für Geld, Geld für Dienstleistung, Arbeit für Geld, Geld für Leistung. Das Geld ermöglicht durch seine Neutralität jedes Geschäft oder jeden Tauschvorgang.

Zwischendurch landen die Geldscheine auch mal wieder bei einer Geschäftsbank, die es erneut herausgibt oder es an die Zentralbank zurückführt. Der Geldschein wird wieder zum bunten Zellstoff. Solange der Geldschein brauchbar ist, wird dieser auch von der Zentralbank wieder herausgegeben, wenn eine Anforderung einer Geschäftsbank kommt.

Ist der Geldschein nicht mehr brauchbar, dann wird das bunte Papier einfach vernichtet und dient als Brennstoff oder Isoliermaterial.

Ist alles vorhandene Bargeld im Umlauf?

Der Irrtum der Zentralbanken ist in der Verwendung des Begriffs "umlaufende Geldmenge" bestens beschrieben. Die Bundesbank bezeichnet zwar herausgegebenes Bargeld als "Geld im Umlauf", doch das trifft nicht zu.

Ein Teil der Scheine, insbesondere die 500er und 200er liegen einfach nur herum und sind zu einem großem Anteil nicht im Umlauf. Mit diesen wird nichts gekauft. Das ist so, man kann es an den 1.000 DM Scheine sehen. In den letzten 2 Jahren vor dem Währungswechsel hat die Menge der herausgegebenen 1.000 DM Schein permanent abgenommen ohne das es zu einem Bargeldmangel gekommen ist. Teilweise sind diese Scheine in der Originalbanderole des Herausgebers zurückgekommen. Diese Scheine sind in ihre gesamten Existenz nicht im Umlauf gewesen.

Im August 2005 sind insgesamt 344 Mio 500 Euro Scheine herausgegegeben worden. Das sind mehr, als Einwohner im Euroraum gibt. Dabei kann man doch in vielen Geschäften gar nicht mit diesem Schein bezahlen. Bei dieser Menge müten viel mehr im Umlauf sein und jede Woche sollte uns mindestens einer begegnen. Ist aber nicht so. Wo sind die eigentlich???? Die Bank hat sie nicht, denn die muss dafür Zinsen bezahlen. Die Bank wird alles BArgeld über dem Mindestbestand der Zentralbank zurückgeben, aus betriebswirtschaftlichen Gründen.

Auch heute weitet sich die Menge der herausgegebenen 500er stärker aus als andere Geldscheine. Wer dies beobachtet möchte, braucht nur jeden Monat in der EZB nachschauen.

http://www.ecb.int/bc/faqbc/figures/html/index.de.html --> Tabelle 11

Die Bezeichnung "im Umlauf" ist falsch! Besser wäre die Bezeichnung "herausgegeben". Das ist dann zutreffend.

Wie wird das Bargeld steuerbar?

Jeder Bargeldschein erhält eine Verfallsdatum. Z.B steht auf einem Schein eine Monats- und Jahresangabe.

Bis zu diesem Datum ist der Schein mit seinem aufgedrucktem Wert gültig.

Ab diesem Datum verliert der Schein jeden Monat 5% seines aufgedruckten Wertes.

Nach 20 Monaten ist der Schein nichts mehr Wert.

Jeder kann damit auch einkaufen, jedoch nur mit dem verringerten Wert.

Folge:
Um dem Wertverfall zu entgehen ist eine rechtzeitige Verwendung vor dem Ablaufdatum oder die Rückgabe notwendig.

Warum wird die Gebühr von niemandem bezahlt?

Ganz einfach. Vor jedem Erreichen des Datums wird der Geldschein kaufkraftwirksam oder taucht wieder auf. Im Falle des Einkaufens wird das Geschäft diesen schleunigst weiter an die Geschäftsbank reichen. Damit die Geschäftsbank keinen Verlust erleidet, wird der Schein vor Ablauf wieder in der Zentralbank liegen. Hier wird er vernichtet.

Niemand zahlt eine Gebühr.

Doch was ist passiert? Die herausgegebenen Bargeldmenge ist mit einem mal auch eine umlaufenden Bargeldmenge geworden. Das Bargeld kann jetzt gesteuert werden. Eine unbegrenzte Zurückhaltung oder gar Hortung ist nicht mehr möglich oder mit Arbeit verbunden.

Was passiert mit angefallenen Wertverlusten?

Wenn doch ein Wertverlust durch überschreiten der Laufzeit eintritt, dann wird die Höhe der Wertverluste wieder dem Umlauf zurückgeführt. Z.B zum Jahresende könnte den Kommunen die Höhe des Betrags ohne Gegenleistung zur Verfügung gestellt werden. Die Rückführung kommt allen Einwohnern zugute. Es gibt neben dieser Art auch noch einige Dutzend andere Möglichkeiten, den verschwundenen Betrag wieder "ins Spiel" zu bringen.

Grenzfälle

Besondere Regeln für Geschäfte und Geschäftsbanken ergänzen die Verlustfreiheit. Sollte am Monatsletzten ein Verfalldatum zum Kaufen verwendet werden, müßte das Geschäft die Gebühr tragen. Um das zu verhindern, kann das Geschäft diesen Schein bis zu 3 Tagen nach dem Datum den Schein bei einer Geschäftsbank einreichen. Die Geschäftsbank erhält noch mal 3 Tage zusätzlich zur Rückgabe an die Zentralbank. Kein Beteiligter hat einen Verlust.

Welche Auswirkungen hätte die Zeitbegrenzung?

Bargeld kann den Währungsraum nicht mehr dauerhaft verlaßen. Langfristige Bargeldhortungen sind unterbunden. Dem organisiertem Verbrechen sind Steine in den Weg gelegt worden. Denn ohne eine Rückgabe wird das Bargeld verlustig. Über 95% aller Haushalte betrifft es gar nicht.

Eine Wertaufbewahrung ist auch noch gegeben, jedoch nur innerhalb der Gültigkeitsdauer.

Wie kann das gestartet werden?

Als Initialzündung wird alles Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt umtauschpflichtig, also das gleiche wie bei der Euroeinführung. Damit ist die Rückkehr aller Geldscheine und der vollständige Umtausch sichergestellt. Bargeld, das nicht mehr zurückkehrt, sollte nach einem festgelegtem Zeitraum (z.B. 5 Jahre) seien Gültigkeit verlieren, damit verlorenes Geld oder durch Feuer vernichtetes Geld ausgebucht werden kann.

Ausblicke

Es gibt keinen echten Grund, der dagegen spricht, die Steuerung der umlaufwirksamen Bargeldmenge auf diese Art und Weise einzuführen. Ein Umstieg auf Giralgeld (als dauerhaft wertbeständig) sollte nun nicht einsetzen. Deshalb ist es notwendig, für die liquiden Giralgelder ein ähnlichen Mechanismus zu installieren, der auch nach dem gleichen Grundmuster funktionieren sollte: Solange der Giralgeldbestand im Umlauf (= in Bewegung) ist, erfolgt keine Abwertung oder Belastung durch eine Art Parkgebühr. Ein Mechanismus für Giralkonten ist nicht Bestandteil dieses Artikels. Es darf sich jeder mal Gedanken darüber machen, wenn er möchte.

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Axel Grimm
Der Verfasser dieses Artikels

* 1963 im Ammerland, Niedersachsen